Montag, 30. Januar 2012

„Ich, nur ein Staubkorn … “

„Ich, nur ein Staubkorn des Vaterlandes“, so die Direktive der Islamischen Republik Iran an das überflüssige Leben. Die khomeinistische Despotie hat sich mittels der kontrarevolutionären Mobilisierung der Überflüssigen, die Basij-e Mostaz'afin, als Souverän des Irans konstituiert. Die durch brutalen Mangel in die Städte Getriebenen, die in einer nicht weniger brutalen Konkurrenz um die Funktionalisierung als kapitalproduktives Material ihren Unwert erfuhren, wurden die Rekrutierungsbasen des Khomeinismus. Gegen die Kälte der kapitalistischen Moderne rekurrierte dieser auf die eingebrannte Bande des Schollenzwanges: Brosamen und heilige Verse („Marg bar Esraiil“) gegen Loyalität dem Klerus. Zunächst als Straßenkommandos in der antimonarchistischen Revolution und gegen die wahren Revolutionäre, wie die Frauen des 8. März 1979, und dann im Krieg gegen den ba`thistischen Irak als atmendes und alsdann kriechendes und stöhnendes Kriegsmaterial: die Austreibung ihrer Überflüssigkeit durch den khomeinistischen Souverän im Iran war (und ist) die Verhüllung der Gedemütigten und Verächtlichten in Milizklüften und Chadors und letztendlich in Leichentüchern.
Der deutsche Beitrag hierzu ist es: jenen Menschen, die der khomeinistischen Krisenexorzierung sich verweigern und flüchten, ihre Überflüssigkeit vor dem Kapital wieder einzuhämmern. Man kaserniert sie ein, dass sie nur keine Freude haben an der Befreiung vom unmittelbaren Zwang khomeinistischer Despotie und sich wieder aus freiem Willen verflüchtigen. Mohammad Rahsepar, 29jähriger Flüchtling aus dem Iran, war einer von ihnen. Er nahm sich in der Nacht zum 29. Januar 2012 das Leben in einer Flüchtlingsbaracke, die früher Adolf-Hitler-Kaserne hieß.
Proteste hiergegen: siehe hier.